Wie funktioniert eine Erdwärmeheizung?

Eine Erdwärmeheizung nutzt die Energie, die im oberflächennahen Erdreich in Form von Wärme gespeichert ist. Diese Energie stammt von der einstrahlenden Sonne und dem Regen, der in den Boden sickert. Ein Teil resultiert auch aus der Wärme, die aus dem Erdinneren aufsteigt. Um die Wärme aus dem Erdreich für die Warmwasserbereitung und zum Heizen zu nutzen, gibt es zwei verschiedene Methoden. Entweder kann der Abtransport der Wärme über Flächenkollektoren geschehen oder über Erdwärmesonden.

Flächenkollektoren

Flächenkollektoren sammeln die Wärme nahe der Oberfläche, da zur Wärmegewinnung schon Tiefen von einem Meter ausreichen. Nach der Eingrabung ist der Kollektor unsichtbar unter der Erdoberfläche - die Flächen bleiben voll nutzbar. Durch die Flächenkollektoren fließt ein umweltfreundliches Trägermedium zur Wärmepumpe ins Haus, wo es zu höheren Temperaturen verdichtet wird. Eine Kilowattstunde Strom zum Einsatz der Wärmepumpe liefert etwa 4-5 Kilowattstunden Wärmeenergie. Die auf diese Weise nutzbar gemachte Erdwärme wird gespeichert und steht dann zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung zur Verfügung. Flächenkollektoren benötigen eine ausreichend große Grundstücksfläche. Sie sollten mindestens eine Fläche einnehmen, die doppelt so groß wie der Grundriss des zu beheizenden Hauses ist. Diese Fläche kann zwar frei genutzt werden, darf aber nur sporadisch bebaut sein, um Sonnenlicht und Regen nicht abzublocken. Steht eine solche Fläche nicht zur Verfügung, helfen Erdwärmesonden.

Erdwärmesonden

Erdwärmesonden sind in Tiefenbohrungen eingebrachte Erdsonden. Sie nutzen die oberflächennahe Geothermie, die das Erdreich ab einer Tiefe von ca. 10m auf eine nahezu konstante Temperatur erwärmt. Erdwärmesonden sind für jeden Gebäudetyp und für jede Grundstücksgröße geeignet, da selbst auf kleinstem Raum gebohrt werden kann. Wie bei Flächenkollektoren zirkuliert auch hier ein Trägermedium, das die Wärme aus dem Untergrund aufnimmt, die anschließend im Haus verdichtet wird. Je nach Standort und Untergrundbeschaffenheit sind 1-3 Erdwärmesonden notwendig. Die Bohrtiefe beträgt 50 bis 100m. Eine Tiefenbohrung ist kostspieliger als das Verlegen von Erdkollektoren und erfordert daher einen geringen Aufpreis der Erdwärmeheizung. Mit zusätzlicher Technik kann die Erdwärme auch zum Kühlen genutzt werden.